Real Estate und Facility Management

Kurzberichte zum Forschungsschwerpunkt Real Estate and Facility Management

  • Public Real Estate Management

Public Real Estate Management

Bearbeiter: Dr.-Ing. Svetlana Kometova, Dipl.-Ing. Nathalie Raynaud Duprospert

„..Öffentliche Gebäude stehen wegen ihrer meist exponierten Lage und Funktion verstärkt im Blickfeld der Öffentlichkeit. Ihnen kommt eine Vorbildfunktion zu, die auch einen gestalterischen Anspruch hat. Sie bilden einen wichtigen Teil unserer Baukultur und spiegeln das Selbstverständnis unserer Gesellschaft wider. Im Verhältnis von Staat und Bürgern sind sie ein stabiler Faktor mit einer besonderen Verantwortung…“ (Leitfaden Nachhaltiges Bauen, 2001)

Die öffentliche Hand ist der größte Immobilieneigentümer der Bundesrepublik Deutschland. Vergleicht man die öffentliche Hand mit den weiteren Immobilieneigentümern in der Bundesrepublik, so zeigt sich, dass die Eigentümerrechte hier über eine sehr große Anzahl einzelner Investoren verteilt sind. Dies betont die Relevanz der öffentlichen Hand, im Besonderen der 13.000 deutschen Kommunen, als Immobilieneigentümer.

Die finanzielle Situation des öffentlichen Haushaltes ist in den letzten Jahren aufgrund verschiedener Einflussfaktoren als angespannt zu bezeichnen. Ein wachsender Druck seitens der Öffentlichkeit zum einem sowie eine fortschreitende Verwaltungsmodernisierung zum anderem haben Kommunalverwaltungen dazu bewegt, nach einem professionellen Umgang mit dem öffentlichen Immobilienbestand, als einer wesentlichen strategischen Ressourcen, zu suchen. Die langsam stattfindende Professionalisierung des öffentlichen Immobilienmanagements ergründet sich in mehreren, der öffentlichen Hand immanenten Aspekten:

  • Die kommunale Verwaltung befindet sich in einem sich permanent verändernden Umfeld. Ihr kommt die Pflicht zu, die kommunalen Aufgaben sich stätig wandelnden Strukturen und Bedürfnissen des Staates und der Gesellschaft anzupassen. Dies führt gleichzeitig in einigen Bereichen zu einem wachsenden, in anderen Bereichen zu einem schrumpfenden, grundsätzlich sich diversifizierenden Katalog an kommunalen Aufgaben und Zielen. Diese sollen sich wiederum im kommunalen Immobilienportfolio manifestieren.
  • Die Vielzahl unterschiedlicher Immobilienportfolios bereitet der öffentlichen Hand aufgrund der in ihr enthaltenen Inhomogenität Probleme in Bezug auf den zugehörigen Betrieb und die Verwaltung.
  • Die Komplexität des Immobilienportfolios wird durch ein fehlendes institutionelles Immobiliencontrolling, welches sich dem angesprochenen Anpassungs- und Koordinationsproblem stellt, überlagert.
  • Bei der Kritik der öffentlichen Hand ist in Bezug auf das öffentliche Immobilienmanagement zu beachten, dass durch die politische Dimension des kommunalen Handelns sowie die Vielfältigkeit der öffentlichen Aufgaben eine Zielformulierung deutlich komplexer ist als bei privatwirtschaftlichen Unternehmen ist.
  • Die Erfüllung immobilienbezogener Aufgaben erfolgt bei einer Vielzahl von Kommunen dezentral. Dies führt zu einer verbesserungswürdigen Aufbau- und Ablauforganisation des kommunalen Immobilienmanagements.

Die Forschung auf dem Gebiet des öffentlichen Immobilienmanagements gehört seit 2005 zu den Arbeitsfeldern des Instituts für Baubetrieb an der Technischen Universität Darmstadt. Im Rahmen einer Vielzahl von Forschungskooperationen mit Kommunen wird mittels fundierter Ursachenanalyse ein Beitrag zur Verbesserung des kommunalen Immobilienmanagements erbracht.

Forschungsspektrum

  • Öffentliches Immobiliencontrolling
  • Optimierung immobilienbezogener Prozesse
  • Öffentlich Private Partnerschaften im nationalen und internationalen Kontext
  • Immobilienportfoliomanagement
  • Strategisches Immobilienmanagement der öffentlichen Hand

Kooperationen und Beratungen